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WAS IST FREESTYLE?

Geschichte

Freestyle – oft auch Latin Freestyle genannt – entstand in den frühen 1980er-Jahren an der Ostküste der USA, vor allem im Raum New York/New Jersey sowie in Miami. Die Musik wurzelt stark in den lateinamerikanischen Communities dieser Städte. Stilistisch ist sie eine Fusion aus 70er-Disco, elektronischem Electro/Hi-NRG und lateinamerikanischer Perkussion; auch Einflüsse, die später im Hip-Hop auftauchten, sind hörbar. Prägend ist der Einsatz von Drumcomputern (etwa der Roland TR-808) und Synthesizern.

Als eine der Blaupausen des Genres gilt Shannons „Let the Music Play" (1983). Grob unterscheidet man zwischen „Old School" (in der Regel vor 1991 produziert) und „New School"; die Subgenres unterscheiden sich unter anderem im Basisgroove.

Der Sound

Typische Merkmale von Freestyle sind:

  • kurze, transponierende Melodien
  • instrumentale Passagen zwischen den Gesangsteilen
  • eine klare Strophen-Refrain-Struktur
  • eine durchgehende, auf 16teln betonte Hi-Hat
  • ein prägnantes Zusammenspiel von Bass- und Snare-Drum
  • überwiegend Moll-Akkorde und eine romantische Stimmung

Groove & Tempo

Freestyle „fühlt" auf dem 2. und 4. Schlag des 4/4-Takts – auf diesen Zählzeiten löst sich die musikalische Spannung, was den Sound besonders angenehm macht. Genau das unterscheidet Freestyle von House, wo jeder Schlag betont wird. Letztlich ist es die Beziehung zwischen Kick- und Snare-Drum, die den Basisgroove ausmacht. Musikalisch ist Freestyle eng mit lateinamerikanischer Musik verwandt. Das Tempo liegt meist zwischen 110 und 130 BPM, typisch sind 118 BPM.

Texte & Themen

Die Texte sind gewöhnlich romantisch, unpolitisch und sollen eine positive Botschaft vermitteln. Die Titel fassen dabei oft nicht den ganzen Text zusammen, sondern stehen für eine klare, emotionale Reaktion.

Kultur & DJs

Wie bei den meisten Clubmusik-Stilen entfaltet sich die Kreativität erst richtig, wenn ein Künstler einen Song veröffentlicht und der DJ ihn mit anderen Titeln kombiniert und so zur vollen Geltung bringt. Ein Blick in die Plattensammlungen von Freundinnen und Freunden fördert erstaunlich oft die eine oder andere Freestyle-Scheibe zutage.

Bekannte Künstler

Zu den bekanntesten Freestyle-Acts zählen Stevie B und Johnny O (dessen „Fantasy Girl" bis heute ein Muss ist – ganz gleich, ob man sonst Freestyle hört). Weitere prägende Namen sind Shannon, Lisa Lisa & Cult Jam, Exposé, The Cover Girls, Sweet Sensation, TKA und Company B. In den letzten Jahren sind zudem viele deutsche Acts hinzugekommen – ein Zeichen dafür, wie populär Freestyle auch hierzulande geworden ist.

Der Tanz

Eine Erklärung für den Namen: Tänzerinnen und Tänzer verbinden mit dieser Musik ein hohes Maß an Freiheit im Ausdruck – jede und jeder darf den eigenen Stil kreieren.

Grundschritt

Jeweils ein Schritt pro Beat:

  • rechts seit – links ran – rechts seit – links ran (Tap)
  • links seit – rechts ran – links seit – rechts ran (Tap)
  • rechts zurück – links ran – rechts zurück – links ran (Tap)
  • links vor* – rechts ran (Tap) – rechts zurück – links ran (Tap)
  • links vor – rechts ran (Tap)**

… und von vorne.

* Bei Schritt 13/14 links ins Knie gehen.
** Bei Schritt 18 auf dem linken Fuß eine Vierteldrehung nach links (gegen den Uhrzeigersinn).

Takt

Beginnen kann man auf Schlag 1 (sinnvoller) oder 3 eines Taktes – auf keinen Fall aber auf 2 oder 4! Gerät man nach einem holprigen Übergang aus dem Takt, verzögert man die Vierteldrehung um einen Schlag.

Variationen

Davon gibt es unzählige – etwa Dreischrittdrehungen statt der Seitwärtsschritte (Achtung, da wird der Platz schnell knapp) oder, für Fortgeschrittene, 1¼-Drehungen statt der Vierteldrehung (die 2¼-Drehung ist rasend schnell und nur richtig guten Tänzern zu empfehlen). Auch Gegendrehungen sind möglich – hier sollte man aber genau wissen, was man tut. Spiegelverkehrt lässt sich der Schritt natürlich ebenfalls tanzen. Als Paar (Herr normal, Dame spiegelverkehrt) fasst man den Tanz am besten als eine Art Pasodoble mit anderem Grundschritt auf.